Aktuelles aus dem Themenfeld IKOE

Evaluieren ist mehr als Indikatorenzählen oder was bedeuten eigentlich die Zahlen?

AGSA- und KomServ-Regionalkonferenz zum Monitoring von Integrationsarbeit mit konstruktiven Anregungen

Wissenschaftliche Grundlagen des Evaluierens im Anwendungsbezug auf integrationsbezogenes Engagement waren Gegenstand der eintägigen Regionalkonferenz „Monitoring/ Evaluation von Integration für Akteurinnen und Akteure im Bereich Interkulturelle Öffnung“ am 19. Juni in Weimar. Als gemeinsame Veranstalter fungierten in länderübergreifender Kooperation die beiden aus dem AMIF-Fonds geförderten Projekte „Kommunaler Beratungsservice“ (KomServ) der DAA Niedersachsen (Göttingen) und das IKOE-Projekt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (Magdeburg).

Unter der fachkundigen Anleitung von Dr. Siegmar Otto von der Universität Hohenheim erarbeiteten die knapp 20 Teilnehmenden ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis zu methodischen Grundlagen der Evaluation als Messverfahren. Besonders aufschlussreich: Die Entwicklung der für den Integrationsbereich relevanten Items, auf deren Grundlage Fragebögen entwickelt werden sollten.

Alle Teilnehmer zeigten sich mehr oder weniger überrascht von der Ergiebigkeit der Thematik für ihre Arbeit im weiten Feld der Interkulturellen Öffnung. Bezieht man das Evaluieren etwa auf den Öffnungsprozess insgesamt, lassen sich mit Evaluationsinstrumenten Komponenten der Mitarbeiterbefragung aktivieren und die partizipativen Momente von Befragungen stärken. „An diesem Thema müssen wir weiter dranbleiben!“ war ein Satz, der am Ende der Veranstaltung die Runde machte und den methodischen wie praktischen Mehrwert der gelungenen Veranstaltung unterstrich.

Der Schlüssel zum Erfolg - Interkulturelle Trainer*innen erfahren Handlungsimpulse für die Leitbild- und Organisationsentwicklung

Rückblick auf das vierte Modul der IKOE-Trainer*innenqualifizierung (10. und 11. Mai 2019)

Am 10. und 11. Mai fand das vierte von insgesamt acht IKOE-Trainings der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt (AGSA) e. V. im Roncalli-Haus Magdeburg zum Thema „Organisationskultur und Kulturveränderung“ statt.

Die 13 Teilnehmenden aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Niedersachsen setzten sich auf der Grundlage des erfahrungsorientierten Lernens mit Fragen auseinander wie z. B.: Was macht die Arbeit an Werten in einer Organisation möglich? Was ist bei der Entwicklung eines Leitbildes zu beachten? Und was kann dazu führen, dass die erstrebenswerten Grundsätze von ihren Mitgliedern im Sinne eines „organischen Leitbildes“ auch gelebt werden? (zit. Leandro Felipe Gambôa, Interkultureller Trainer und Berater).

Der erweiterte Teilnehmerkreis für das Thema (u. a. eine „Promotorin für Eine Welt“, ein Koordinator „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sowie Qualitätsbeauftragte) spiegelte das Portfolio an Interkultureller Trainings- und Beratungskompetenz wider und führte zu einem regen Erfahrungsaustausch. Nach einer erfahrungsorientierten Annäherung an den Kulturbegriff wurden handlungsleitende Prinzipien für die Beratung Interkultureller Öffnungsprozesse (IKÖ), speziell in Verwaltungen und Bildungsorganisationen, von den Teilnehmenden erarbeitet.

Zu Beginn stellten die verschiedenen Gruppen ihre Vorstellungen und Verständnisse von „Organisations- und Unternehmenskultur“ dar und bekamen einen Einblick in die Methodik des Psychodramas. „Dies war ein unglaublich spannender Prozess, der so viel Potenzial zur Diskussion und Vertiefung bot“, so Yoli Reeb, Qualitätsbeauftragte in der Kinder- und Jugendhilfe. Was die Arbeit an Werten in Behörden aber auch Schulen ermöglicht und was dabei alles zu beachten ist, war Kern der weiteren Auseinandersetzung. In reflexiven Spaziergängen erarbeiten sich die zukünftigen Organisationsberater*innen ihre Rolle in der Prozessbegleitung und tauschten sich zu Beispielen aus der Praxis aus.    

Dabei wurden die Teilnehmenden von der Lernberaterin und Prozessberaterin Bettina Lobenberg zum Perspektivwechsel ermutigt und dafür sensibilisiert, dass beispielsweise „Jugendamt nicht gleich Jugendamt“ sei und stets hinterfragt werden könne, was von allen Beteiligten unter „transparenter Kommunikation“ zu verstehen sei. Dabei kann es helfen sich immer wieder die „Diskrepanz zwischen Plan und Realität“ vor Augen zu führen.  Mit dem Blick auf die „kritische Masse“ ginge es vor allem darum, „Betroffene von Veränderung zu Beteiligten zu machen“.   

Als Fazit der 2-tägigen Veranstaltung des IKOE-Projekts der AGSA e. V. resümierte Bildungsreferentin Verena Redemann „Ich glaube, wir haben alle festgestellt, wie individuell Werte verstanden werden können und wie herausfordernd es sein kann, diese in Form eines Leitbildes nach außen hin zu präsentieren, aber auch dementsprechend auf Verhaltensweisen und Maßnahmen in einer Organisation „herunter zu brechen“. Vor dem Hintergrund, dass diversitätsorientierte Interkulturelle Öffnung als Gesamt- und Querschnittsstrategie ein fortlaufender Prozess ist, der sich auf die Organisation als Ganzes, mit all ihren Ebenen, Bereichen und Mitarbeitenden bezieht, stellt sich für uns als Beratende auch stets die Frage, was wir als Prozessbegleiter konkret und methodisch leisten können. Das ist ein offener Prozess.

Auch in der letzten Veranstaltung innovativ.

Die IKOE-Weiterbildungsreihe „Was uns stärkt! Tools und Skills für freiwilliges Engagement“ ging zu Ende

Am 25. März hat die AGSA e.V. im Rahmen des Projekts IKOE –Interkulturelle Orientierung und Öffnung. Koordinierungsstelle Integrationsmanagement in Sachsen-Anhalt ehrenamtlich Engagierte zum vorerst letzten Mal zur Weiterbildungsreihe „Was uns stärkt! Tools und Skills für freiwilliges Engagement“ eingeladen.

„Wir freuen uns sehr, mit der Reihe auf eine breite Resonanz und Interesse in Magdeburg gestoßen zu sein und nicht nur praktische Methoden für die Vereinsarbeit weitergegeben zu haben, sondern dass wir auch Raum für den Austausch von Erfahrungen und Herausforderungen zum Vereinsleben in interkulturell geprägten Organisationen ermöglichen konnten", resümierte die verantwortliche IKOE-Projektmitarbeiterin Katja Paulke.

„Wir blicken heute auf fünf sehr unterschiedlich angebotene Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Interkulturelle Führung und das Musikalische Gespräch mit Jerzy Bojanowski zur Nachwendezeit in Magdeburg, und Themen wie Öffentlichkeitsarbeit, Wertschätzende Kommunikation, Wissensmanagement zurück, die wir hier in Magdeburg anbieten konnten.“ Insgesamt nahmen mehr als 80 Menschen aus 21 Vereinen und Initiativen aus Magdeburg an der Reihe teil.

Neue Wege für die öffentliche Wahrnehmung

Zum Abschluss widmete sich die Reihe möglichen kreativen Formen der Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam mit Interessierten der AGSA-Mitgliedsvereine und aus weiteren Initiativen Magdeburgs suchten die Teilnehmenden nach neuen Wegen, um ihre Mitmenschen zu wecken, mitzunehmen und für ihre Themen zu begeistern.

Die Referent*innen der lkj) Christina Grzeschniok und Anna Hofmeister stellten hierfür verschiedene Methoden und Möglichkeiten aus der Theaterwelt vor. Denn Theater erweitert nicht nur die Wahrnehmung, sondern ermöglicht die Welt durch die Perspektive eines anderen selbst zu erleben. Mithilfe verschiedener Theaterformen wie zum Beispiel das Theater der Unterdrückten (nach Augusto Boal) können Themen und Missstände, die uns bewegen, ansprechbar und erfahrbar gemacht werden. Den Referentinnen nach bieten Installationen eine mögliche Alternative zum Theaterspielen und Performen. Durch das Ausstellen von Gegenständen und Materialien im öffentlichen Raum können Inhalte aktiv vermittelt, Neugierde geweckt oder zum Mitmachen angeregt werden.

Im Vordergrund standen bei der letzten Veranstaltung nicht nur das Vorstellen von verschiedenen Kampagnenformen, sondern auch der gemeinsame Austausch. Die Teilnehmenden entwickelten neue Wege der Beteiligung, Einbindung und Aktivierung der Zivilgesellschaft - aus aktuellem Anlass anhand des Beispiels „Fridays for Future“. 

Rückblick auf den Fachaustausch für Führungskräfte: "Schulentwicklungsprozesse gesund gestalten“

Am 12. April 2019 lud das AGSA-Projekt „IKOE" erstmalig zum Fachaustausch für Führungskräfte in das einewelt haus Magdeburg ein. Dabei eröffneten sich 15 unterschiedliche Perspektiven auf das Thema „Schulentwicklungsprozesse gesund gestalten“. Von Grundschule bis Gymnasium, von Schönebeck bis Stendal reichte dabei das Spektrum der beteiligten Schulformen und Regionen der Akteur*innen.   

Nach kurzen Impulsen zum Konzept der Salutogenese und seiner Bedeutung für Organisations- und Personalentwicklungsprozesse durch Susanne Poppe-Oehlmann, Referatsleiterin Gesundheit und Suchtprävention im Landesinstitut für Schule Bremen, gab es Anlass für Gespräche und Fragen wie diese: Wie kann ich meine Kolleg*innen aber auch mich als Schulleitung trotz hohem Krankenstand und Unterrichtsausfall entlasten und trotzdem das Schulalltagsgeschäft am Laufen halten? Wo liegen meine persönlichen Grenzen und wo macht es für mich Sinn zu investieren? Welche Schätze kann ich bergen und was haben wir schon geschafft?

Anhand eines von einem Grundschulleiter spontan vorgestellten Fallbeispiels wurden in einer kollektiven Beratung gemeinsam Lösungswege entwickelt. „Das war der Grund, warum ich heute hier bin und nun nehme ich einen Rucksack voller Ideen mit“, äußerte sich zufrieden der Merseburger Schulleiter Jan-Erik Meyer (Schulleitungsteam Johannes-Schule Merseburg). Weitere Veränderungsthemen waren beispielsweise Schulfusionen oder die Begleitung von Quereinsteiger*innen. 

Dabei waren sich die Schulsozialarbeiter*innen, Lehrer*innen, (stellvertretenden) Schulleiter*innen, Vertreter*innen aus den Bereichen Gesundheitsmanagement und Lehramtsausbildung, sowie Projektmitarbeiter*innen in einem einig, Gesundheitsförderung und Prävention an Schulen, das ist ein langfristiger stetig zu begleitender Prozess, der einer dialogischen Kommunikation sowie Verantwortung bedarf. Diese Alltagskompetenz und somit ein Gespür dafür zu entwickeln, was in der jeweiligen Situation Sinn macht und damit auch gesund für das (Schul-)Klima ist, das mache professionelles Schulleitungshandeln aus, so Referentin Poppe-Oehlmann. Dabei betonte sie, wie wichtig das Verstehen der Bedürfnisse, Befürchtungen und Beweggründe anderer sei und wie entscheidend der Blick auf Ressourcen und die Rolle der Führung.             

„Im Projekt unterstützen wir interkulturelle Öffnungsprozesse an Schulen, die aber nur gelingen können, wenn die Voraussetzungen stimmen“, so Redemann. Ihr abschließendes Resümee: „Die Resonanz hat gezeigt, dass vielen das Thema Gesundheit in der Schule am Herzen liegt und wie hoch der Bedarf an Prozessberatung und dem schulübergreifenden Austausch zu Schulentwicklungsthemen ist.“

"Austausch, Vernetzung, Wertschätzung"

Akteur*innen des Systems Schule trafen sich am 29.-30. März 2019 in Wolmirstedt

Am 29. und 30. März 2019 trafen sich Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Interkulturelle Trainer*innen, Vertreter*innen mehrsprachiger Kitas sowie des Netzwerks "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" im Bildungs- und Freizeitzentrum Wolmirstedt, um der Frage nachzugehen, wie interkulturelle Bildung an Schulen und Kitas in Sachsen-Anhalt umgesetzt werden kann.

Auftakt des 1,5-tägigen Workshop "System Schule. Veränderung gestalten." bildete das einstündige Podiumsgespräch mit der stellvertretenden Schulleiterin Dr. Antje Reuleke des Internationalen Stiftungsgymnasiums in Magdeburg. "Es wurden viele Fragen zum Konzept und der dahinter liegenden Idee eines fächerübergreifenden, mehrsprachigen Unterrichts gestellt", so die Veranstalterin.  

"Sicher haben nicht alle Schulen die gleichen Voraussetzungen. Wir haben das Glück mit einem interdisziplinären Team, unsere Vision von Anfang an umsetzen zu können." so die stellvertretende Schulleiterin.

"Ich habe viele Anregungen mitnehmen können und habe gleich an einem neuen Projektkonzept geschrieben", so eine Schulsozialarbeiterin aus dem Altmarkkreis Salzwedel. Nach dem Motto "Ich sehe dich, ich respektiere dich." komme es vor allem darauf an Beziehungsarbeit zwischen Lehrer*innen, Schüler*innen aber auch Eltern zu leisten vor dem Hintergrund eines an unserer Schule klar kommunizierten Wertesystems, betonte Frau Reuleke abschließend.    

Am darauffolgenden Tag setzten sich die Teilnehmer*innen innerhalb drei Workshops mit den Fragen auseinander, wie interkulturelle Elternarbeit gestaltet, wie ein Bewusstsein für Diversität vermittelt und interkulturelle Bildungsarbeit an Schulen geleistet werden kann.

Nach diesem Wochenende waren sich alle einig. Interkulturelle Kompetenz zeichnet sich durch eine wertschätzende Haltung, selbstreflektierte Kommunikation, Konfliktgestaltung und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel und Empathie aus. "Ich habe das Gefühl, dass ich nicht die einzige bin, der das Thema wichtig ist. Denn insbesondere im Ländlichen meinen viele, sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen." so eine Schulsozialarbeitern. Eine Lehrerin aus Genthin resümierte "Trotz meiner langjährigen Berufserfahrung, konnte ich vieles mitnehmen. Besonders bereichernd empfand ich den Austausch mit den Beteiligten."

"Uns als Veranstalter wurde deutlich, dass der interkulturelle Entwicklungsprozess an Schulen, aber auch Kitas einer professionellen Unterstützung und langfristigen Begleitung bedarf", so Redemann. "Denn Vielfalt ist Normalität, jedoch nicht der reflektierte Umgang mit ihr. Andersartigkeit als Potential unabhängig von nationaler und sozialer Herkunft, Geschlecht, Religion, Alter oder Namen wahrzunehmen, das ist die tägliche Aufgabe pädagogischer Fachkräfte."

Der Workshop wurde im Rahmen der interkulturellen und politischen Bildungsarbeit im Projekt IKOE "Interkulturelle Orientierung und Öffnung. Koordinierungsstelle Integrationsmanagement in Sachsen-Anhalt." der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt (AGSA) e.V. angeboten. Ansprechpartnerin ist Frau Verena Redemann, Projektmitarbeiterin (verena.redemann@agsa.de).

Vom "Sinnstifter" bis zum "Moderator" - professionelles Changemangement in der Organisation

Rückblick auf das dritte Modul der IKOE-Trainer*innen-Qualifizierung (1. und 2. März 2019 im einewelt haus Magdeburg)

Das dritte Modul der IKOE-Trainer*innen-Qualifizierung am 1. und 2. März 2019 im einewelt haus Magdeburg beschäftigte sich mit dem Thema "Change Management: Veränderungsprozesse erkennen und begleiten". Vor dem Hintergrund einer immer komplexeren Arbeitswelt, ist die Aufgabe der zukünftigen systemischen Organisationsberater*innen von zentraler Bedeutung, insbesondere im interkulturellen Kontext.
Referentin Antje Strahl, interkulturelle Beraterin und Coach, schärfte zunächst den Blick für die systemischen Zusammenhänge in einer Organisation und führte anhand von Übungen und Praxisbeispielen methodenreich, anschaulich und praxisnah durch die Veranstaltung.

Am Anfang jedes Veränderungsprozesses steht das gemeinsame Zielbild. Vom "Sinnstifter" über den "Moderator" bis hin zur "unsichtbaren Frau“ oder zum „unsichtbaren Mann" bedarf es in den verschiedenen Phasen der Veränderung unterschiedlicher Rollen in der professionellen Begleitung in Change-Prozessen.
Die von den Teilnehmenden mitgebrachten „Settings“ lieferten Beispiele in der Auseinandersetzung mit eigenen Veränderungsthemen und Projekten, z. B. im Übergangsmanagement, der Interkulturellen Orientierung im Bereich Arbeitsvermittlung oder Schulwesen. Die Teilnehmenden konnten somit anhand ihrer Praxisbeispiele geeignete Rollen und (Austausch-)Formate entwickeln. „Die Widerstände ‚besprechbar‘ zu machen und die zu erwartenden Befürchtungen der Organisationsmitglieder aufzufangen, sei die größte Herausforderung“, so Strahl. 
Die Teilnehmenden lernten, wie "Irritationen" und eine "aktiv gelebte Fehler-Kommunikation" zur Organisationsentwicklung beitragen können und nachhaltige Neuerungen nur zu erzielen sind, wenn sich der Sinn und Nutzen des Veränderungsprojekts allen Beteiligten erschließt.

Hintergrund:
Die IKOE-Trainer*innen-Qualifizierung besteht aus fünf weiteren Modulen, die bis 2020 für interkulturelle Trainer*innen und Berater*innen angeboten werden. Die Weiterbildung baut auf den Grundlagen zu Theorien der Interkulturellen Orientierung und Öffnung, Diversity Management sowie Methoden der Erwachsenenbildung auf und befähigt zur Begleitung von interkulturellen Öffnungsprozessen in Verwaltung und Bildungsinstitutionen.

Die Trainer*innenqualifizierung ist ein Angebot des Projekts IKOE „Interkulturelle Orientierung und Öffnung. Koordinierungsstelle Integrationsmanagement in Sachsen-Anhalt.“ der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA).

Einen Einblick in die Inhalte der Aufbauqualifizierung gibt der 
>> Trailer "Qualifizierung für interkulturelle Trainer*innen 2018-2020"

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei Verena Redemann, Mitarbeiterin für Interkulturelle und politische Bildungsarbeit des IKOE-Projekts (verena.redemann@agsa.de; Tel.: 0391 5371-241).

Veranstaltungstipp:
Einen Fachaustausch zum Thema „Schulentwicklungsprozesse gesund gestalten“ bietet das AGSA-Projekt IKOE in einem Diskussionsforum für Akteur*innen aus dem System Schule, insbesondere Führungskräfte, Schulleiter*innen, Projektleiter*innen, Bildungskoordinator*innen und Multiplikator*innen im schulischen Bildungswesen am 12.04.19 von 16.00 – 19.00 Uhr im einewelt haus Magdeburg an.

6. IKOE-Ideenwerkstatt in Benneckenstein mit breiter Beteiligung der Koordinierungsstellen Sachsen-Anhalts

Unter Beteiligung aller Koordinierungsstellen für Integration (Migration) in Sachsen-Anhalt und des Landesverwaltungsamts hat die nunmehr sechste Ideenwerkstatt des IKOE-Projekts der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. im Aus- und Fortbildungsinstitut (AFI) in Benneckenstein stattgefunden.

Die anderthalbtätige Fortbildungsveranstaltung widmete sich in unterschiedlichen Formaten einschlägigen Themenbereichen im Arbeitskontext der Koordinierungsstellen. Während sich Dr. T. Leibert vom Leibnitz-Institut für Länderkunde in seinem Vortrag aktuellen Forschungsaspekten im Bereich des demographischen Wandels (Situationsvergleich von Zentrum und Peripherie) zuwandte, referierten die Koordinatoren I. Ludwig und J. Wernike in einem Überblicksbeitrag zu den Arbeitsschwerpunkten der Koordinierungsstellen im Altmarkkreis und im Landkreis Stendal. Mit der Präsentation von Änderungsvorschlägen zu Richtlinien (GBB und Koordinierungstellen) trat D. Gödde vom Landesverwaltungsamt in die Diskussion mit den versammelten Koordinatorinnen und Koordinatoren. Zentrale Aspekte der Netzwerkarbeit wurden am Ende des zweiten Veranstaltungstags im Rahmen eines Workshops zur Netzwerkarbeit ergänzt.

"Wir freuen uns als Veranstalter dieses bewährten Formats nicht nur über die breite Beteiligung, sondern auch über die gewachsene interkollegiale Verständigung, für die die Ideenwerkstatt den Koordinierungsstellen eine mittlerweile geschätzte Plattform bietet. Tatsächlich  geht es um fachliche Impulse ebenso wie um den wichtigen informellen Austausch zu allen in der Arbeit bewegenden Aspekten", resümierte IKOE-Projektleiterin Dr. Katja Michalak.  

Den Bürgerkontakt zu verbessern und stärker auf unbewusste Diskriminierungen zu achten

Auszubildende der Stadtverwaltung Halle (Saale) mit ersten Workshop-Erfahrungen aus dem Kooperationsprojekt mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt (IKOE)

Der Bereich Ausbildung der Stadtverwaltung Halle hat in Kooperation mit dem IKOE-Projekt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. den ersten Weiterbildungszyklus im Themenfeld interkulturelle Grundsensibilisierung und Kompetenzentwicklung absolviert.

Insgesamt 47 Auszubildende aus drei Lehrjahren erarbeiteten sich im Rahmen von Sensibilisierungs-Workshops seit Januar 2019 ein Grundverständnis zu den Dimensionen von Vielfalt, bezogen auf den Arbeitsalltag in der Behörde. Auch der Verwaltungscodex der Stadt Halle und die Frage: Was ist Gleichbehandlung? wurden hierbei thematisiert.

„Es war erstaunlich in den Übungen zu erleben, wie schnell es geht, ausgegrenzt zu werden“, so eine Teilnehmerin zu ihrer im Workshop gewonnenen Erfahrung. Trainerin Noreen Tausendfreund ergänzte den beabsichtigen Mehrwert solcher interkulturellen Kompetenzschulungen für die Verwaltungsmitarbeitenden von morgen: "Wenn es darum geht, den Bürgerkontakt optimal zu gestalten, sollte die Sensibilität für die eigenen Kulturmuster genauso ausgeprägt sein wie die für andere. Je früher man damit beginnen kann, umso besser."

Die Veranstaltungsreihe ist ein Pilotprojekt zwischen dem Ausbildungsbereich der Stadtverwaltung Halle und dem IKOE-Projekt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., das interkulturelle Kompetenzschulungen auch für die Verwaltungsmitarbeitenden und Führungskräfte der Stadtverwaltung durchführt. Die Schulungsreihe für die Auszubildenden wird nach gemeinsamer Auswertung mit den Ausbildungsleitern für alle drei Ausbildungslehrjahre fortgesetzt.

„Verständnis für die andere Seite ist Veränderungspotenzial.“

Rückblick auf das zweite Modul der IKOE-Trainer*innenqualifizierung (01.-02.02.2019)

Am 1. und 2. Februar 2019 fand das zweite Modul der IKOE-Trainer*innenqualifizierung zum Thema „Veränderungsprozesse II: Perspektive Führungskräfte“ im einewelt haus Magdeburg statt. Die zukünftigen Organisationsberater*innen erlernten diesmal den professionellen Umgang mit schwierigen Verhandlungspartnern.

Nach dem Motto: „Nicht reagieren, sondern agieren.“ sensibilisierte der Dozent Dr. Thomas Piko die Teilnehmer*innen dafür, welchen Mediations- und Kommunikationsgeschicks es im Umgang mit Entscheidungsträgern und insbesondere Führungskräften in der Prozessbegleitung und Organisationsentwicklung bedarf. In Ergänzung interkultureller Aspekte sowie des systemischen Ansatzes wurde dabei auf die individuellen Bedarfe, Fragen und Sichtweisen der Teilnehmenden eingegangen.

Angelehnt an Konzepte der Strafverfolgungsbehörden zur kommunikativen Deeskalation, wurde den Trainer*innen ein Baukasten bestehend aus verschiedenen Elementen vorgestellt, der ihnen als „Kompass“ für eine strategische Gesprächsführung in Verhandlungen dienen kann. In Rollenspielen und Kommunikationstrainings erprobten die Teilnehmenden, wie sie Konfliktsituationen vermeiden aber auch entschärfen können. Taktiken wie das Finden der besten Alternative zur Verhandlungslösung, die Arbeitsteilung in der Verhandlungsgruppe sowie das Hinterfragen tieferliegender Interessen wurden dabei im Rollenspiel erprobt. Fallbespiele aus Friedensverhandlungen und Übungen zu Macht- und Statusspielen als Methoden zur kreativen Konfliktgestaltung ergänzten dabei den Transfer in die Alltagspraxis der Berater*innen.

Nähre Informationen zur Trainer*innenqualifizierung erhalten Sie bei Verena Redemann, Mitarbeiterin für Interkulturelle und politische Bildungsarbeit des IKOE-Projekts (verena.redemann@agsa.de; Tel.: 0391 5371-241). 

Eine Vertiefung zum Thema „Führung im Bildungsbereich“ bietet das AGSA-Projekt IKOE in einem Diskussionsforum für Führungskräfte, Projektleitungen und Schulleitungen am 12.04.19 von 16.00 – 19.00 Uhr im einewelt haus Magdeburg an.