Editorial

Die Unionsbürger* gehören in Sachsen-Anhalt zur zahlenmäßig stärksten Zuwanderungsgruppe. Facharbeiterinnen und Facharbeiter, Pflegekräfte, Personal in Pflegeeinrichtungen aber auch eine große Zahl an akademisch ausgebildeten EU-Angehörigen, die schon länger in Sachsen-Anhalt leben, tragen zur Vielfältigkeit dieser Gruppe bei (In diesem Journal wird aus Gründen der sprachlichen Einheitlichkeit und unter Orientierung am Sprachgebrauch der EU-Gleichbehandlungsstelle des Bundes ‚EU-Bürger‘ oder ‚Unionsbürger‘ formuliert, womit grundsätzlich alle Unionsbürgerinnen wie Unionsbürger adressiert sind).

Eine große Anzahl dieser Unionsbürger sind mobile Beschäftigte, die sich im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit kurzoder mittelfristig in Sachsen-Anhalt aufhalten (‚Europäische Arbeitsmigration‘). Von den in Sachsen- Anhalt lebenden Ausländerinnen und Ausländern waren 2020 etwa ein Drittel im Rahmen der Freizügigkeitsregelungen nach EU- Recht als Arbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Land. Die Beschäftigungsquote von Unionsbürgern in Sachsen-Anhalt, d.h. Personen mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, ist in dieser Gruppe generell hoch und lag 2020 bei 60,2 % und damit an zweithöchster Stelle nach deutschen Beschäftigen.

Aus diesem hohen Anteil an Unionsbürgern auf dem deutschen Arbeitsmarkt ergeben sich unter anderem umfangreiche Bedarfe an Beratung und Information zu den Voraussetzungen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Arbeitsmarkt- und sozialer Integration. Vielerorts mangelt es noch daran. Und nicht nur das. Denn in der Praxis ist das den Unionsbürgern mit der Unionsbürgerschaft verbriefte Recht auf Gleichbehandlung und Diskriminierungsfreiheit häufig nicht eingelöst. Zudem bestehen Zugangsprobleme: Beratungsangebote von staatlichen Stellen und ohne muttersprachliche Übersetzung werden von EU-Migranten häufig skeptisch betrachtet und in der Summe unzureichend genutzt.

Die Corona-Krise hat die hiermit verbundenen Probleme im Integrationsprozess verdeutlicht und verschärft, denn viele Unionsbürger sprechen kaum Deutsch, sind in prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig und wenig informiert über ihre Rechte als Arbeitnehmer. Der Beratungsbedarf infolge der Corona-Krise ist bei den Unionsbürgern stark gestiegen. Weitere Hürden der sozialen Integration für Unionsbürger ergeben sich daraus, dass der Integrationsstand regional stark divergiert und lokale Angebote häufig noch nicht den realen Bedarfen gemäß angepasst sind.

Die migrationsspezifischen Beratungsangebote Sachsen-Anhalts wie MBE, JMD werden stark ortsabhängig von vielen Unionsbürgern bislang genutzt, Tendenz steigend. Gleichzeitig ist vielen Unionsbürgern nicht bewusst oder bekannt, dass solche Angebote sich auch an sie richten. Fehlende oder mangelnde Sprach-, Orts- und Sozialkenntnisse erschweren allerdings die eigenständige Lebensgestaltung beträchtlich.

Ein Grund mehr, bei schon länger hier lebenden Unionsbürgern einmal genauer nachzufragen, wie sie selbst den Interkulturellen Öffnungsprozess einschätzen, welche eigenen Erfahrungen sie hierbei prägten und welche Perspektiven sie vorschlagen, bestehenden Herausforderungen zu begegnen.

Diversity Journal hat hierzu zwei Porträts in Form von Interviews entwickelt –mit Elena Orsini und Monika Górka. Die beiden Frauen mit dem Lebensmittelpunkt in Sachsen-Anhalt sind mit viel persönlichem Engagement seit Jahren in und für ihre Community ehrenamtlich tätig.

Sie verfügen über differenzierten Einblick, was die alltäglichen Sorgen, Erwartungen, Wünsche ihrer Landsleute betrifft. Und sie bieten mit ihrem eigenen Kopf und ihrer individuellen Wahrnehmung persönlicher Erfahrungen wertvolle Einblicke in das Lebensgefühl jener Zuwanderungsgruppe in Sachsen-Anhalt, die zwar zahlenmäßig die größte ist, aber von vielen häufig nicht so wahrgenommen wird.

Im Portrait I: Elena Orsini

Frau Orsini ist gebürtige Toskanerin und wohnhaft in Magdeburg. Die heutige Kunsthistorikerin hat Kunst-, Theater- und Musikwissenschaften an der Universität Bologna u.a. bei Prof. Umberto Eco studiert und hat einen Abschluss in Montessori Pädagogik. Seit über 10 Jahren lebt sie mit ihrer Familie in der Landeshauptstadt Magdeburg. Sie ist als Dozentin für die italienische Sprache und als freiberufliche Kulturschaffende tätig.

Durch ihren jahrelangen Aufenthalt in Deutschland hat sie Kultur und Sitten sowie Vorstellungen und gegenseitige Erwartungen beider Nationen kennen gelernt und sich zu einer interkulturellen Vermittlerin entwickelt. 2016 hat Elena Orsini einen Italienisch-Kindersprachkurs ins Leben gerufen, welcher schnell die Aufmerksamkeit von Italien-Begeisterten auf sich zog. Ihr wurde klar, dass sie einen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Sachsen-Anhalt leisten konnte. Zusammen mit Sylvia Helke, Ulrike Baum und gleichgesinnten Deutschen und Italienern gründete sie im Sommer 2017 das „Centro Italiano di Cultura Sachsen-Anhalt“ www.cima-ev.de.

Diversity Journal: Frau Orsini, wie sind Sie nach Sachsen-Anhalt gekommen?

Elena Orsini: Mein Mann erhielt 2009 ein Stellenangebot, und da meine Arbeit flexibel war, sind wir zusammen mit unserer damals 2-jährigen Tochter von Essen in NRW nach Magdeburg gezogen. Die Landeshauptstadt ist meine zweite Station in Deutschland.

DJ: Haben sich Ihre Erwartungen an Sachsen-Anhalt bzw. Deutschland im Lauf der Zeit verändert?

Die Erwartungen ändern sich ständig und entsprechen den verschiedenen Lebensphasen. Generell versuche ich aber, wenige Erwartungen zu haben, und nehme das Leben, so wie sich es zeigt.

DJ: Was gefällt Ihnen an diesem Land?

An Deutschland gefällt mir die Zuverlässigkeit, an Sachsen-Anhalt die Unkompliziertheit der Menschen. Außerdem gefallen mir die vielen romanischen Sakralbauten, die an meine toskanische Heimat erinnern.

DJ: Gibt es Kontakte zur italienischsprachigen Community und wie pflegen Sie diese?

Ja, die gibt es. 2016 habe ich einen Sprachkurs für italienische Kinder ins Leben gerufen,so bin ich zu vielen Kontakten mit meinen Mitbürgern gekommen. Aus diesem Kurs ist dann der Verein CIMA e.V. entstanden, bekannt als Centro Italiano Magdeburg. Wir pflegen den (Kultur)Austausch zwischen Deutschland und Italien. Wir haben viele Angebote zur italienischen Sprache und Kultur für die Bürger von Sachsen-Anhalt, darunter Vorträge, die italienische Filmwoche, und alle zwei Jahre die italienischen Kulturtage. Gleichzeitig entwickeln wir Angebote für die Integration der ankommenden Italiener in Sachsen-Anhalt. Schließlich engagieren wir uns für den Austausch zw. Schülern. Nächste Woche treffen sich auf Zoom Magdeburger Schüler und Schüler aus Crotone / Kalabrien (2000 km südlicher) und stellen ihre Städte in der jeweiligen anderen Sprache vor.

DJ: Gibt es ein mögliches Zusammenleben von Einheimischen und Ihnen als Zuwanderin?

Ich habe das Glück, viele Freunde in Magdeburg gefunden zu haben. Ein Zusammenleben ist auf jeden Fall möglich, wenn beide Seiten aus ihrer Komfortzone herauskommen und neugierig auf verschiedene Lebensentwürfe sind.

DJ: Wie empfinden Sie die Forderung, sich „kulturell zu assimilieren“ oder zu integrieren?

Es sind beides Begriffe, die, meiner Meinung nach, der Vergangenheit angehören. Die Forderung nach kultureller Assimilation ist in der Nachkriegszeit nach der ersten Migrationswelle entstanden. Man wusste es nicht besser und dachte, die Zuwanderer sollten sich schnell die neue Kultur und Sprache aneignen, um in der Wahlheimat ein zufriedenstellendes Leben zu führen. Die Arbeitskraft stand im Vordergrund. Dabei wurde vergleichsweise wenig Achtung auf die ursprüngliche Sozialisation der Ankommenden gegeben. Oft wurde die Herkunftssprache nicht gepflegt, so vergaß man sie nach und nach. Die dritte und vierte Generation Einwanderer bedauert es heute, aber es gab damals andere Prioritäten.

„Wertschätzung ist etwas, das zurückgegeben wird, wenn man sie bekommt.“
Elena Orsini

Erst in den letzten 20 Jahren hat man verstanden, dass die Herkunftssprache und -kultur wichtige Schätze darstellen, der sowohl Migranten als auch der ganzen Gesellschaft zugutekommen können. Die Pflege der Herkunftssprache ist mehr als „Staffage”, es geht um die Wertschätzung und Anerkennung der Ankommenden als vollständige kulturelle Menschen. Wertschätzung ist etwas, das zurückgegeben wird, wenn man sie bekommt.

Der Begriff Integration ist semantisch akzeptabler als Assimilation, fußt allerdings auf einem ähnlichen Gedanken, und zwar dass man sich einer ‘dominanten’ Kultur anpasst. Selbstver-ständlich ist eine Anerkennung der Werte der empfangenden Gesellschaft die Basis für das soziale Zusammenleben. Gleich-zeitig ist die Akzeptanz des Ankommenden als soziokultureller Mensch – also als Mensch mit einer Muttersprache, einer Kultur und einer Vorgeschichte – ebenfalls wichtig für ein friedliches Miteinander. Sonst riskiert man, dass Parallelgesellschaften entstehen. Ich denke, es müssen neue Worte gefunden werden, die die Migrationsphänomene des 21. Jahrhunderts beschreiben. Es geht mehr in Richtung „Willkommenskultur“. Im Italienischen gibt es ein schönes Wort „accoglienza”. Das hat die Konnotation der Bidirektionalität. Also auf Deutsch: Integration gelingt wirklich, wenn beide Seite sie als gemeinsames Projekt sehen und bereit sind, dafür zu arbeiten.

DJ: Haben Sie Diskriminierungserfahrungen, fühlen Sie sich als Bürgerin „zweiter Klasse“?

Im Privaten habe ich mich aufgrund meiner Herkunft selten diskriminiert gefühlt, bis auf Kleinigkeiten, denen ich aber keine Bedeutung geben möchte. Institutionell kann man in Europa aber noch viel verbessern. Nur in wenigen Bereichen verläuft die Anerkennung von Diplomen oder Zertifikaten reibungslos.

In vielen Fällen ist die Anerkennung ein schwieriger, lang-wieriger und teurer Prozess, den sich die wenigsten Menschen erlauben können. Es ist beispielweise für Jemanden mit einem ausländischen Abschluss fast unmöglich, im Schuldienst zu arbeiten. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien bleibt das Schulsystem eher national bestimmt. Somit verliert man viel Potenzial, Es ist schade, vor allem in Ländern, die dringend Lehrkräfte brauchen.

DJ: Wie empfinden Sie die Sprachbarrieren?

Sprache ist der Schlüssel zu allem. Wenn man die Sprache nicht gut beherrscht, kann man seine Interessen nicht vertreten und die soziale Teilhabe bleibt eingeschränkt.

DJ: Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen die Menschen hier mit Vorurteilen begegnen?

Ja, manchmal. Es sind aber die typischen Vorurteile, eher Klischees, die vermutlich alle betreffen. Zum Beispiel müsste ich als Italienerin unpünktlich sein, oft Rotwein trinken und mit den Händen sprechen. Ich bin ein pünktlicher Mensch, trinke fast keinen Alkohol und ... ja, es stimmt: Ich spreche mit meinen Händen.

DJ: Welche Auswirkungen hat die Coronapandemie auf Ihr Leben?

Die Einschränkungen waren hart, wenn auch notwendig. Wie viele andere habe auch ich meine Familie und Freunde in der Heimat nicht besuchen können. Im Verein haben wir schnell reagiert und einige Angebote online gestellt. Ich merke, wie die Reiseeinschränkungen uns auf unsere Nationen zurückbesinnen. Es ist zwar schön, wenn man das eigene online Gespräch mit dem Autor Paolo di Paolo (Rom)

Land bereist und besser kennenlernt, gleichzeitig ist die ständige Begegnung unter den Menschen, das was Europa wirklich ausmacht. Ich wünsche mir, dass die Impfkampagne weiterläuft, damit u.a. unbeschwertes Reisen bald wieder losgehen kann.

DJ: Was würden Sie einer Freundin oder Bekannten empfehlen, die den Weg nach Deutschland plant?

Ich würde empfehlen, die deutsche Sprache bereits im Vorfeld zu lernen und sich über Deutschland gut zu informieren, um falsche Erwartungen zu vermeiden. Dann empfehle ich, Diplome und Zertifikate schnell übersetzen und anerkennen zu lassen. Da der Mensch ein soziales Wesen ist und nicht nur von Arbeit lebt, empfehle ich schließlich, sich in einem Verein oder einer Initiative zu engagieren, um Bekanntschaften zu machen.

DJ: Und wenn Sie einen Wunsch frei hätten – für die Zukunft hier in Deutschland und für Deutschland als Teil Europas?

Deutschland ist ein wunderbares Land mit soliden demokratischen Institutionen. Für lange Zeit ist es die „Lokomotive Europas” gewesen, und wird es wahrscheinlich weiterhin bleiben. Wie bei allen „Klassenbesten” besteht manchmal die Gefahr, sich zu überschätzen. So wünsche ich Deutschland, den weiten Blick auf Europa zu behalten, und auch auf die südlichen Länder zu schauen, um Antworten auf die vielen Fragen, die Europa beschäftigen, zu suchen.

„Vielfalt ist die wichtigste Ressource Europas.“
Elena Orsini

Vielfalt ist die wichtigste Ressource Europas. Für Europa wünsche ich mir mehr Austausch zw. Schülern und jungen Menschen, und hoffe auch, dass das Fach „Europa” (Geschichte, Geografie, Sprachen) Bestandteil der Lehrpläne bereits ab der Grundschule wird. Für Offenheit kann man schließlich nie früh genug sorgen. Wir haben ein Angebot in unserem Verein, es heisst: Non è mai troppo presto / Es ist nie zu früh. Wir lesen in Magdeburger Kindergärten italienische Märchen und Erzählungen zweisprachig vor, um Kinder mit einer anderen Kultur bekannt zu machen. Es macht ihnen viel Spaß, alles andere kommt von allein...

DJ: Frau Orsini, vielen Dank für das Gespräch!

CIMA – Centro Italiano di cultura Sachsen-Anhalt e.V.

Im Sommer 2017 sind deutsche und italienische Gleichgesinnte zusammengekommen, um den Verein CIMA: Centro Italiano di Cultura Sachsen-Anhalt e.V. ins Leben zu rufen. Der Schwerpunkt von CIMA e.V. liegt in der Vermittlung der italienischen Gegenwartskultur in Magdeburg und Sachsen-Anhalt.

Eine wichtige Aufgabe von CIMA e.V. ist die interkulturelle Verständigung und der Austausch. Die Angebote von CIMA sind breit gefächert: Die italienischen Kulturtage, italienisches Kino, Sprachkurse für Erwachsene und Kinder, Konzerte, Kochkurse, Führungen auf Italienisch, Lesungen und Austausch unter Schülern.

CIMA e.V. unterstützt auch die Integration der in Magdeburg ankommenden italienischen Bürgerinnen und Bürger, etwa durch das Weiterleiten von Informationen und Möglichkeiten zum Zusammen-kommen mit anderen Bürgern, außerdem durch die Anbindung an das vielfältige Kulturprogramm des Vereins.

www.cima-ev.de

Im Portrait II: Monika Górka

Frau Górka wurde in Polen geboren und lebt seit fünf Jahren in Deutschland. In Polen erwarb sie einen Master in Kulturanthropologie und Ethnologie an der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń. IIn Magdeburg ist sie Mitglied des Vereins Deutsch Polnische Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. und des Institute for Caucasica-,Tatarica- and Turkestan Studies.

Frau Górka arbeitete in Deutschland als Rekrutierungskoordinatorin bei der Eröffnung eines neuen Werks bei einem der deutschen Automobilunternehmen in Polen und anschließend als Selbstständige. Frau Górka hat Erfahrung in der Leitung von Verbänden, die sie in Polen leitete. Derzeit trainiert sie Deutsch, unterstützt das EUmigra-Projekt und engagiert sich ehrenamtlich im interkulturellen Bereich.

Diversity Journal: Frau Górka, Wie sind Sie nach Sachsen-Anhalt gekommen?

Monika Górka: Mein Start hier war sehr schwierig, aber schließlich bekam ich ein interessantes Jobangebot und entschied mich, in Deutschland zu bleiben. Danach habe ich selbstständig gearbeitet.

DJ: Haben sich Ihre Erwartungen an Sachsen-Anhalt bzw. Deutschland im Lauf der Zeit verändert?

Es ist schwer zu sagen, obwohl ich mir vorher nicht bewusst war, dass es in Deutschland so viele regionale Besonderheiten gibt. Natürlich müssen die Anforderungen an das wirtschaft-liche Niveau der Region angepasst werden. Die Wirtschaft wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus, der wiederum die Lebensqualität beeinflusst. Deutschland hat eine großartige Wirtschaft. Leider muss ich sagen, dass die meisten Arbeitnehmer, die aus der EU kommen, sehr stark von prekärer Beschäftigung betroffen sind. Dies sind natürlich Aspekte, die auch junge Deutsche betreffen, das Problem ist also ein weit verbreitetes.

DJ: Was gefällt Ihnen an diesem Land?

In Deutschland mag ich die Möglichkeit, zu diskutieren und anderen zuzuhören. Hier, wenn jemand nach meiner Meinung fragt, will er wirklich die Antwort hören. Das bedeutet nicht unbedingt, dass mir jemand zustimmt, sondern dass wir eine Diskussionsgrundlage und gegenseitige Kritik haben. Dieser Ansatz spiegelt sich auch im Bildungssystem, in der Politik und Kultur wider. Ich glaube, in meinem Land wollen die meisten Leute reden, aber niemand will zuhören.

DJ: Gibt es Kontakte zur polnischsprachigen Community und wie pflegen Sie diese?

Das Kontaktnetzwerk basiert heute hauptsächlich auf Social Media. Wir leben in Zeiten, in denen es schwierig ist, ein Treffen zu organisieren, weil jeder in verschiedenen Schichten arbeitet, jemand ein Kind hat, mit dem er niemanden verlassen kann usw. Treffen sind meistens privat, aber manchmal mehrmals im Jahr im Jahr sind typisch polnische Diaspora-Treffen organisiert organisiert. Im Internet aber reden die Menschen täglich miteinander, tauschen Tipps und Informationen aus.

DJ: Wie steht es um den Dialog der unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen aus Ihrer Sicht heute?

Als Polin sehe ich darin kein Problem. Polnische und deutsche Kultur sind im Guten wie im Schlechten miteinander verbunden und verflechten sich seit über 1000 Jahren. Trotz der dunklen Zeiten des 20. Jahrhunderts und der Zeiten, in denen Polen nicht auf der Landkarte stand, war das tägliche und friedliche Zusammenleben polnischer und deutscher Kultur nichts Außer-gewöhnliches. Von der Freundschaft zwischen Otto III. und Bolesław dem Tapferen angefangen bis zu den Bamberger Kolo-nisten, die in Posen und Großpolen nach einem besseren Leben suchten. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland etwa vier Millionen polnischsprachiger Menschen. Dies war die erste Masseneinwanderung nichtdeutscher Arbeitskräfte in Deutschland. Sie haben sich schnell in die deutsche Gesellschaft integriert. Ein weiterer Zuzug polnischsprachiger Menschen begann mit den Zwangsmigrationen während des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt wurden im Deutschen Reich etwa 3 Millionen polnische Zwangsarbeiter zur Arbeit gezwungen. Auch nach dem Krieg blieb hier ein großer Teil der Bevölkerung. Die nächste Gruppe waren diejenigen, die ab den 1970er Jahren als Aussiedler in die Bundesrepublik kamen, im polnischen Umfeld aufwuchsen und oft kein Deutsch sprachen. In den 1980er und 1990er Jahren kann man von einer großen Abwanderungswelle aus Polen sprechen, dann kamen viele ganze Familien nach Deutschland, die hier viele Erfolge erzielten, zum Beispiel Fußballspieler Lukas Podolski oder Schriftsteller Marcel Reich-Ranicki. Polen exportiert seine Talente nach Deutschland und die deutsche Gesellschaft profitiert davon. In der zweiten Generation gibt es keine Einteilung in Einheimische mehr, Kinder identifizieren sich meist als Deutsche polnischer Herkunft. Es gibt Familien, die polnische Traditionen fortsetzen und solche, die seit mehreren Generationen ihre Herkunft vergessen.

DJ: Wie empfinden Sie die Forderung, sich „kulturell zu assimilieren“ oder zu integrieren und wie steht es da mit den eigenen Erwartungen an die Angebote der Aufnahmegesellschaft?

Die Rechte der in Deutschland lebenden Polen sind im „Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag“ von 1991 geregelt und es steht uns frei, „unsere ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Identität frei auszudrücken“ und das heißt eben auch, wir können nicht „gegen unseren Willen assimiliert“ werden. In diesem Fall vertrete ich eine Gruppe von in Deutschland lebenden EU-Bürgern und meine Antwort wird in diesem Zusammenhang sein. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass wir nach den Regelungen des BAMF als EU-Bürger keinen gesetzlichen Anspruch auf Teil-nahme an einem Integrationskurs haben. Viele von uns empfinden dies als Diskriminierung, zumal wir eine Gruppe sind, die sich sehr schnell integriert. Ich kenne Leute, die seit über 5 oder 7 Jahren ununterbrochen in Deutschland arbeiten und noch nie die Möglichkeit hatten, einen solchen Kurs zu belegen. Dann lernen sie die Sprache meist selbst, obwohl sie sicherlich mehr (auch über deutsche Kultur und Vorschriften) lernen könnten, wenn sie einen solchen Kurs belegen dürften. Auch die Angebote der Sprachschulen sind nicht an Schicht-arbeit und die Realitäten des Prekariats angepasst. Auch wenn jemand den Kurs selbst bezahlen möchte, ist es oft nicht möglich, die Arbeitszeiten dem starren Rahmen der Sprach-schulen anzupassen. Einen Wochenendkurs zu finden ist auch praktisch unmöglich.

Als Gruppe sind wir sehr gut in die deutsche Gesellschaft integriert, bei Polen zum Beispiel verwenden wir sogar den Ausdruck „unsichtbarer Pole“. Polnischsprachige Zuwanderinnen und Zuwanderer waren und sind stets bemüht, sich möglichst effi-zient in die deutsche Gesellschaft einzugliedern, sie wurden zu einer „unsichtbaren Minderheit“. Daher bin ich eher der Meinung, dass die Integration erleichtert und nicht behindert werden sollte. Schließlich hat jeder von uns eine andere Ausbildung, Erfahrung und Kenntnis der Welt. Geistig betrachtet sind wir Europäer, wir lesen die gleichen Bücher, wir haben bis zu einem gewissen Grad eine ähnliche Kultur. Dies ist jedoch nicht immer ausreichend. Ich möchte ein Beispiel geben: ich habe schon als Teenager Bücher von Brecht, Nietzsche, Hesse, Goethe gelesen. In der Schule schrieben wir im Literaturunterricht Aufsätze über das Thema, über den Einfluss der Sturm-und-Drang-Bewegung auf die europäische Literatur und sogar über ihren Einfluss auf die historischen Ereignisse in Polen. Und mein Lieblingskomponist ist Bach. Ist das schon ein Beweis für Integration? Nein, denn die Kenntnis der klassischen deutschen Kultur ist nur eine Grundlage, sie hat nichts mit dem heutigen Leben und seinen Alltagsrealitäten zu tun. Das bedeutet, dass die Integration ein ganzheitlicher Prozess ist, der die volle Teilhabe an der Gesellschaft und das Bewusst-sein für die eigenen Rechte und Pflichten beinhaltet. Ich habe Deutsch erst in Deutschland gelernt, auch die deutsche Lebensweise und das deutsche Recht. Erst wenn alle diese Elemente zusammenkommen, ist man integriert. Insofern schätze ich die Integrationschancen von EU-Bürgern als sehr hoch!

DJ: Haben Sie Diskriminierungserfahrungen machen müssen, fühlen Sie sich gelegentlich als Bürgerin „zweiter Klasse“?

Mir ist es ein paar Mal passiert, dass mich jemand sehr unhöflich behandelt hat, obwohl in Magdeburg wahrscheinlich nie. In einer der kleinen Städte, in denen ich lebte, war es sichtbarer. Aber ich versuche, meine Einschätzung von Deutschland dadurch nicht zu beeinflussen. Manche Leute sind in jedem Land so.
Als Einwanderer sind wir relativ betrachtet eine neue Gruppe in Sachsen-Anhalt. Vielleicht vertrauen uns manche Leute immer noch nicht. Aber natürlich gibt es auch positive Situationen. Viele Deutsche haben mich im Vorfeld behandelt, aber ich habe hier auch viel selbstlose Hilfe bekommen, auch von fremden Leuten. Das größte Problem ist, dass wir in vielen Bereichen strukturell diskriminiert werden, nicht immer aus Abneigung gegen uns, manchmal aus Unwissenheit. Viele Beamte kennen die EU-Bestimmungen zur Freizügigkeit und deren Bedeutung nicht. Dies führt zu einer Spirale der Bürokratie.

DJ: Welche Rolle haben Sprachbarrieren für Neuzuwandernde?

Dies ist eigentlich das größte Problem für eine Gruppe von Neuzuwanderern. Wir wissen, dass die Amtssprache in Deutsch- land Deutsch ist, aber es fehlt an Verständnis dafür, dass das Erlernen einer Sprache ein langer Prozess ist. Es gibt einen Bedarf an Arbeitskräften, aber wenn sie hierher kommen, um zu arbeiten, werden sie mit der Forderung konfrontiert, dass sie sofort fließend Deutsch sprechen müssen.

Wir befinden uns in der paradoxen Situation, dass wir, um eine Sprache zu lernen, arbeitslos sein müssten, vorzugsweise langfristig.
Monika Górka

Dies ist ein großes Problem. In vielen Ämtern oder Krankenkassen hat man kein Verständnis dafür, dass die offizielle Sprache wirklich schwierig ist, und manchmal würde es schon reichen, ein wenig Hilfe zu leisten, langsamer und deutlicher zu sprechen, in einer einfacheren Sprache. Oft werden sie weggeschickt, und es ist unmöglich, auch nur einen einfachen Sachverhalt zu erklären, obwohl es reichen würde, ein anderes, einfacheres Wort auf Deutsch zu verwenden. Solche Situationen sind jedoch weder für den Migranten noch für die Behörden von Vorteil, da die Angelegenheit ungeklärt bleibt und Zeit vergeudet wird. Andererseits ist es eine Tatsache, und das wird wahrscheinlich nie erwähnt, dass es in Deutschland eine große Zahl von Altenpflegekräften gibt, die überhaupt kein Deutsch sprechen. Das ist nicht nur für diese Damen schwierig, sondern auch für die Pfleglinge. Das Traurigste daran ist, dass es sich bei den Altenpflegerinnen um Personen handelt, mit denen man sich nur schwer unterhalten kann, wenn sie wenig oder kein Deutsch sprechen, was das Gefühl eines isolierten, alten Menschen noch verstärken kann. Schließlich handelt es sich um ein Thema, das die Gesellschaft als Ganzes betrifft. Wir befinden uns in der paradoxen Situation, dass wir, um eine Sprache zu lernen, arbeitslos sein müssten, vorzugsweise langfristig.

DJ: Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen die Menschen hier gelegentlich mit Vorurteilen begegnen?

Das ist in der Tat der Fall, vor allem bei der älteren Generation. Manchmal können diese Situationen sehr unangenehm sein, manchmal sind sie aber auch nur unbewusst auf Stereotypen aufgebaut. Ein Mal habe ich zum Beispiel über mich gehört (als mich eine deutsche Bekannte ihren Freunden vorstellte): „Monika kommt aus Polen, aber sie hat einen Universitätsabschluss“. Ich verstehe, dass die Absicht positiv war, aber dennoch auf schädlichen Stereotypen basiert. Ich frage mich, ob ich in einer ähnlichen Situation sagen könnte: „Sie ist Deutsche, aber sie hat weder ein Haus mit Garten, BMW, noch kann sie sich eine Putzfrau leisten“.

DJ: Welche Auswirkungen hat die Coronapandemie auf Ihr Leben?

Das hatte sehr negative Auswirkungen für mein Berufsleben. Ich habe mein kleines Unternehmen geschlossen. Für uns Einwanderer, die hier keine Unterstützung durch Familie und Angehörige haben, war diese Situationen besonders schwierig. Die Schließung der Grenzen und die obligatorischen Quarantänen während der ersten Phase der Pandemie haben dazu geführt, dass einige von uns keine Möglichkeit hatten, ihre Familien zu besuchen oder in extremen Situationen sogar zur Beerdigung eines geliebten Menschen in die Heimat zu fahren. Der deutsche Staat versuchte allen zu helfen, aber ich denke jeder von uns hat Schwierigkeiten. Für Immigranten könnten sie schwerwiegender sein, auch wegen der prekären Beschäftigung. Menschen, die in Quarantäne blieben, baten jemanden um Hilfe beim Einkauf von Lebensmitteln, da sie keine Familie vor Ort hatten. Häufig endete eine Krankmeldung mit einer Kündigung (z. B. bei Zeitarbeitfirmen). Offiziell kann die Krankheit nicht der Grund sein, aber in der Praxis reicht die bloße Tatsache, dass die Anzahl der Bestellungen geringer war. Somit hatte nicht jeder die Möglichkeit, Insolvenzgeld oder Alg I/Hartz IV zu erhalten (wenn er zu kurz arbeitete).

DJ: Was würden Sie einer Freundin oder Bekannten empfehlen, die den Weg nach Deutschland plant?

Wenn es sich um eine kurzfristige Reise handelt, dann ist das Leben für EU-Bürger bis zu 3 Monaten wie im Heimatland. Wenn jemand länger bleiben möchte, würde ich dieser Person raten, nicht nach Deutschland zu kommen, zumindest nicht ohne Grundkenntnisse der deutschen Sprache. Viele Polen haben bereits im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden oder in Skandinavien gearbeitet, wo die Erledigung von Formalitäten in englischer Sprache kein Problem darstellt, auch wenn Englisch nur in einem dieser Länder Amtssprache ist. Wenn jemanden schon einmal in einem dieser Länder gearbeitet hat, wird er schnell feststellen, dass Deutschland viel weniger flexibel ist. Am besten ist es, einen grundlegenden Sprachkurs zu absolvieren und viel über die Pflichten eines Einwanderers zu lesen, wodurch viele stressige Situationen vermieden werden können.

DJ: Und wenn Sie einen Wunsch frei hätten – für die Zukunft hier in Deutschland und für Deutschland als Teil Europas?

Die Erwartungen Deutschlands an die EU entsprechen sehr oft nicht den Erwartungen anderer Europäer. Der Blick über den eigenen Tellerrand wäre für Deutschland von Vorteil. Außerdem haben in ganz Europa Ungleichheiten und soziale Ausgrenzung während der Pandemie noch zugenommen. Deutschland könnte ein Beispiel dafür sein, wie man dagegen ankämpft, aber zuerst muss es für sich selbst eine Lösung finden. Diese Probleme müssen schnell und wirksam angegangen werden, bevor sie zu noch größeren sozialen Spannungen führen, und dann werden sie sicherlich zu einer Bedrohung für den Sinn der Gemeinschaft der Europäischen Union. Leider erleben wir derzeit den Ausschluss junger Menschen vom Arbeitsmarkt, von denen viele weder in Ausbildung noch in Arbeit sind. Alle diese Phänomene erfordern entschlossene und schnelle Behandlung, anderenfalls werden die Gefahren der Radikalisierung mit Sicherheit noch größer als heute, wie wir in einigen EU-Ländern erleben. Ungleichheiten werden zweifellos noch stärkere Auswirkungen auf Migrantengemeinschaften haben als auf die Einheimischen in Deutschland. Ich wünsche mir diesbezüglich konkrete Maßnahmen.

DJ: Frau Górka, vielen Dank für das Gespräch!

Freizügigkeit der Arbeitnehmer als eine der Freiheiten der EU-Bürger

Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer zählt zu den vier Freiheiten der EU-Bürger. Dazu gehören das Recht der Arbeitnehmer, sich frei zu bewegen und niederzulassen, das Zuzugs- und Aufenthaltsrecht für Familienmitglieder und das Recht, in einem anderen Mitgliedstaat der EU zu arbeiten und ebenso wie die Staatsangehörigen dieses Mitgliedstaats behandelt zu werden. Für den öffentlichen Dienst gelten Einschränkungen. Die Europäische Arbeitsbehörde ist als spezielle Agentur für die Förderung der Freizügigkeit der Arbeitnehmer, auch der entsandten Arbeitnehmer, zuständig.

Von besonderer Relevanz insbesondere für die zahlreichen mobilen Beschäftigten in Sachsen-Anhalt sind die Vorschriften zu Beschäftigung, zur Gleichbehandlung und für Familienangehörige von Arbeitnehmern. Jeder Angehörige eines Mitgliedstaats ist berechtigt, eine Beschäftigung in einem anderen Mitgliedstaat nach den für die Arbeitnehmer dieses Staats geltenden einschlägigen Rechtsvorschriften zu suchen.

Die Mitgliedstaaten dürfen keine diskriminierenden Praktiken anwenden, wie z. B. die Beschränkung von Stellenangeboten auf Staatsangehörige oder Sprachkenntnisse, die über das hinausgehen, was für die betreffende Stelle angemessen und notwendig ist. Ferner hat ein mobiler Arbeitnehmer den Anspruch, dort die gleiche Unterstützung zu erhalten, die die Arbeitsämter des Aufnahmemitgliedstaats den eigenen Staatsangehörigen gewähren, und er oder sie hat ferner das Recht, sich lange genug in dem Aufnahmemitgliedstaat aufzuhalten, um nach Arbeit suchen, sich auf eine Stelle bewerben und eingestellt werden zu können. Dieses Recht gilt in gleicher Weise für alle Arbeitnehmer aus anderen Mitgliedstaaten, unabhängig davon, ob es sich um Festangestellte, Saisonarbeiter, Grenzarbeiter oder um Arbeitnehmer, die ihre Tätigkeit im Rahmen der Erbringung einer Dienstleistung ausüben, handelt.

Quelle: https://www.europarl.europa.eu/factsheets/de/sheet/41/freizugigkeit-der-arbeitnehmer

Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag

Der Deutsch-Polnische Nachbarschaftsvertrag (amtlich Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, polnisch Traktat między Rzeczypospolitą Polską a Republiką Federalną Niemiec o dobrym sąsiedztwie i przyjaznej współpracy z 17.06.1991 r.) wurde am 17. Juni 1991 in Bonn von Helmut Kohl (Bundeskanzler), Hans-Dietrich Genscher (Bundesaußenminister), Jan Krzysztof Bielecki (Ministerpräsident Polens) und Krzysztof Skubiszewski (polnischer Außenminister) unterzeichnet. Er ergänzt den im Herbst 1990 ausgehandelten deutsch-polni-schen Grenzvertrag, der eine der Vorbedingungen seitens der Alliierten für die deutsche Wiederver-einigung war.

Beide Verträge wurden Ende 1991 von den Parlamenten ratifiziert und traten am 16. Januar 1992 in Kraft.

Im Juni 2011 beschlossen die deutsche und die polnische Regierung in Warschau eine gemeinsame Erklärung zum 20. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags. Darin setzen beide Seiten auf eine künftig noch engere Partnerschaft, um „den Versöhnungsprozess zwischen Deutschen und Polen fortzusetzen“.

Geplant ist unter anderem die Entwicklung des Jugend- und Wissenschaftleraustauschs. Die polnischstämmigen Deutschen und die deutsche Minderheit in Polen sollen bei der Pflege ihrer kulturellen Identität und ihrer Muttersprache unterstützt werden. Angestrebt wird ferner eine Verbesserung der Verkehrswege zwischen beiden Ländern sowie eine enge Partnerschaft in der EU und auf internationaler Ebene.

Imprint

Konzeption & Text: Team IKOE

Gestaltung, Umsetzung & Programmierung: Oliver Bunke, Oligoform GBR

Erscheinungsdatum: 2021

Seriennummer: Diversity JournalIKOE 2021/1

ViSdP: Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V.: Netzwerk Interkulturelle Orientierung / Öffnung – Fortbildungs- und Beratungsservice für Verwaltungen

Sämtliche Rechte an Text, Bild & Gestaltung liegen bei der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V.: Netzwerk Interkulturelle Orientierung / Öffnung – Fortbildungs- und Beratungsservice für Verwaltungen, Servicestelle IKOE

Bildrechte (wenn nicht anders angegeben): Team IKOE