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Konstruktive Querverbindungen sollen ausgebaut werden

Der erste länderübergreifende Medienfachtag zur Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit Interkulturelle Orientierung und Öffnung in Erfurt (AGSA-Projekt IKOE in Kooperation mit dem Thüringer Zentrum für Interkulturelle Öffnung) stärkte die Netzwerkarbeit der Akteure in den ostdeutschen Ländern und macht den Bedarf eines fortgesetzten Fachaustauschs im Handlungsfeld IKÖ sichtbar.

Am Ende der Veranstaltung stand es unter den Organisatoren aus Jena (Thüringer Zentrum für Interkulturelle Öffnung) und Magdeburg (Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, Projekt IKOE) fest: Der überregionale Medienfachtag soll als dauerhaftes Instrument in den Arbeitsfeldern zwischen Interkultureller Öffnung (IKÖ), Engagementsektor und Diversitätsorientierung etabliert werden und die spezifischen Bedarfslagen der ostdeutschen Bundesländer berücksichtigen.

Die gestrige Auftaktveranstaltung in der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung in Erfurt (Tagesprogramm) diente daher nicht nur der gemeinsamen konstruktiven Bearbeitung der Themen Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für den weit gefassten IKÖ-Bereich. Sie verlief in weiten Teilen auch als Austausch im Sinn eines gefühlt vorhandenen, wenn auch noch nicht eingerichteten Netzwerks zu diesem Handlungsfeld, das in vielen Integrationskonzepten von Landesregierungen inzwischen zum festen Bestandteil der Integrationsarbeit avanciert ist.

Besonders war jedenfalls die vielfältige Konstellation der Teilnehmenden des Erfurter Medienfachtags, denn diese kamen gleich aus mehreren Bundesländern: aus Brandenburg und Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mit ihrer geballten Expertise aus dem Engagementbereich, der interkulturellen Prozessbegleitung, der Vernetzungsarbeit, Beratung und Weiterbildung im weiten Feld der Integrations- und Migrationsarbeit wurden zunächst Aspekte der Medienarbeit sondiert und bereichübergreifend diskutiert. Für den zweiten Teil hatten die Veranstalter Dr. Thorben Prenzel aus Berlin gewonnen, Autor mehrerer Publikationen zur Lobbyarbeit für NGO's, der in die Grundlagen der Lobbyarbeit für diesen wichtigen Sektor einführte.

Besonders aufschlussreich fiel in allen Diskussionen jeweils der Ländervergleich in den verwandten Handlungsbereichen aus. Gut nachzuvollziehen, dass für die Mehrheit der Teilnehmenden am Ende des Arbeitstages die Weiterführung auf der Arbeitsebene als beschlossene Sache galt. Im März 2020, so die Veranstalter, soll eine Medienwerkstatt offene Enden aufnehmen und konstruktiv vertiefen. „Das ist so sinnvoll wie folgerichtig“, resümierte Dr. Ernst Stöckmann aus Sicht des Integrationsportals Sachsen-Anhalt wie aus IKOE-Perspektive. "Bei so vielen länderübergreifenden Querverbindungen in einem so komplexen Handlungsfeld ist es nötig, über den Tellerrand zu schauen, gemeinsame Zielstellungen zu schärfen und die Schlagkraft verwandter Engagements gerade in den besonderen Bedarfslagen der ostdeutschen Länder zu bündeln."

Dr. Thorben Prenzel (Berlin) erläutert die Grundlagen der Lobbyarbeit für NGO's. (Foto: K. Wiedener, Auslandsgesellschaft, Integrationsportal Sachsen-Anhalt)
Dr. Thorben Prenzel erläutert die Grundlagen der Lobbyarbeit für NGO's. Foto: K. Wiedener, Integrationsportal Sachsen-Anhalt